Ratgeber für Tarifbedingungen


Angesichts der zahlreichen Angebote der BU-Versicherer sind viele Verbraucher schnell überfordert, wenn es darum geht BU-Versicherungen zu vergleichen. Grundsätzlich lassen sich gute Tarifangebote immer an einem möglichst eindeutigem Bedingungswerk erkennen.

Darüber hinaus haben wir für Sie im folgenden wichtige Punkte zusammengefasst, die einen leistungsstarken BU-Tarif auszeichnen. In der Praxis werden Sie vl. den ein oder anderen Kompromiss eingehen, da kaum ein Versicherer alle Kriterien erfüllen wird:

Verzicht auf die abstrakte Verweisung

Im Tarifwerk der Berufsunfähigkeitsversicherung muss in jedem Fall explizit der Verzicht auf die abstrakte Verweisung enthalten sein. Andernfalls kann die Versicherung Sie im Falle einer Berufsunfähigkeit auf irgendeinen anderen ihrer Qualifikation entsprechenden Beruf verweisen, den Sie ausüben könnten. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Tätigkeit überhaupt verfügbar ist. Der Versicherer würde in diesem Fall keine Leistungen erbringen.

Wichtig für Beamte: Dienstunfähigkeitsklausel

Beamte sollten in jedem Fall auf die „Dienstunfähigkeitsklausel“ achten. Im Bedingungswerk hat unmissverständlich zu stehen, dass Dienstunfähigkeit mit Berufsunfähigkeit gleichgesetzt wird. Das heißt, Sie erhalten die vereinbarte BU-Rente, wenn Sie dienstunfähig geschrieben werden. Steht dies nicht ausdrücklich in den Bedingungen, leistet der Versicherer bei Dienstunfähigkeit in den meisten Fällen nicht.

6-Monats-Prognose

Der Prognosezeitraum definiert, wie lange man aller Voraussicht nach außer Stande ist, seinen Beruf auszuüben. Qualitativ hochwertige Berufsunfähigkeitsversicherungen sagen, dass man voraussichtlich 6 Monate ununterbrochen außer Stande ist, seiner Tätigkeit nachgehen zu können, um als berufsunfähig zu gelten. Längere Zeiträume oder gar Formulierungen, wie z.B. „auf Dauer“, sollten Sie auf gar keinen Fall akzeptieren.

Anerkennung ab Beginn

Nach einer sechsmonatigen ununterbrochenen Berufsunfähigkeit gilt die „Fortdauer dieses Zustands“ als Berufsunfähigkeit, und zwar auch dann, wenn sie als solche von Beginn an nicht erkennbar war. Die vereinbarte BU-Rente wird insofern ab dem 7. Monat gezahlt. Einige Anbieter leisten aber auch rückwirkend, zahlen insofern „von Beginn an“. Besonders kundenfreundlich ist es, wenn die Gesellschaft auch bei verspäteter Meldung bis zu 3 Jahre rückwirkend Leistungen erbringt.

Verzicht auf Kündigung bzw. Vertragsanpassung nach §19 Abs. 3 VVG

Auf der Grundlage dieses Paragraphen hat die Versicherungsgesellschaft das Recht zur Kündigung oder Vertragsanpassung, wenn sich nach Vertragsabschluss herausstellt, dass bereits bei Vertragsbeginn ein erhöhtes Risiko vorlag, das keiner der beiden Parteien bekannt war und das deswegen vom Antragsteller schuldlos nicht angegeben wurde (beispielsweise bestimmte Arztbesuche).

Sehr kundenfreundliche Tarifwerke verzichten ausdrücklich auf diese Regelung. Verzichtet eine Gesellschaft nicht auf §19 Abs. 3 VVG hat sie im Leistungsfall immer ein Hintertürchen offen, um keine Leistungen erbringen zu müssen. Hier ist dann immer der Versicherungsnehmer in der Beweispflicht, dass er nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt hat.

Leider ist eine kundenfreundlicher Verzicht auf dieses Recht in der Praxis nur gegen deutliche Preisaufschläge möglich, weswegen viele Kunden dann doch lieber verzichten. Für viele Berufe finden sich sogar überhaupt keine entsprechenden Tarifwerke. In diesem Zusammenhang empfiehlt es sich bei behandelnden Ärzten anzufragen, was im Krankenblatt steht bzw. generell auch der Abschluss einer Rechtsschutzversicherung.

Verzicht auf die Beitragserhöhung gemäß §163 VVG

Sollte ein Versicherer in große wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, kann er nach §163 VVG den Tarifbeitrag erhöhen. Jedoch werden hieran durch den Gesetzgeber seit 01.01.2008 sehr hohe Anforderungen gestellt. Einige Versicherer verzichten dennoch komplett auf dieses Erhöhungsrecht. Grundsätzlich ist dieser Verzicht ein Vorteil. Auf der anderen Seite kann sich dieser Vorteil aber auch zum Nachteil entwickeln, falls es der Versicherer in einer nicht vorhersehbaren wirtschaftlichen Schieflage nicht schafft einer Insolvenz zu entgehen, weil er die Beiträge nicht erhöhen durfte. 

Stundung der Beiträge

Viele Gesellschaften sind bereit, bei Leistungsanmeldung die Beiträge auf Antrag während der Dauer der Leistungsprüfung zinslos zu stunden.

Nachversicherungsgarantie

Eine qualitativ hochwertige Berufsunfähigkeitsversicherung erkennt man unter anderem auch daran, dass sie eine Nachversicherungsgarantie einräumt. Damit kann die bei Antragstellung vereinbarte BU-Rente bei bestimmten Anlässen (z.B. Berufsabschluss, Heirat, Geburt eines Kindes usw.) ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen, allerdings gegen Mehrbeitrag.

Damit Sie einen Überblick über die verfügbaren BU-Tarife bekommen, fordern Sie unter folgendem Link einen kostenfreien Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich an.