Netto- oder Bruttobeitrag?


Der Schutz gegen den Verlust der eigenen Arbeitskraft zählt zu den elementarsten Versicherungen. Gerade deshalb solle man bei Berufsunfähigkeitsversicherungen genau hinschauen. Bei dem fast unüberschaubaren Angebot an Berufsunfähigkeitsversicherungen klingen vermeintlich günstige Angebote, wie zum Beispiel „Berufsunfähigkeitsversicherung ab 25 Euro“ (z.B. Einstiegstarife für Büroberufe mit 500 EUR BU Rente) auf den ersten Blick verlockend. In der Regel wird hier jedoch mit dem Netto-Beitrag und nicht mit dem Brutto-Beitrag argumentiert. Nur wie kommt das alles zustande?

Brutto-Beitrag als maßgebliche Größe

Die Höhe der jeweiligen Prämie einer Berufsunfähigkeitsversicherung hängt von verschiedenen Kriterien ab. Abhängig ist der Beitrag vom Alter, Beruf, Höhe der Berufsunfähigkeitsrente und vom Gesundheitszustand sowie von gegebenenfalls bereits bestehenden Vorerkrankungen der zu versichernden Person. Der hieraus rechnerisch ermittelte Prämienbetrag ist der Brutto-Beitrag.

Der Brutto-Beitrag ist vertraglich fest fixiert. Die Versicherungen erwirtschaften mit den Beiträgen ihrer Kunden in den meisten Fällen Gewinne. Die Gelder der Kunden werden so zinsbringend angelegt, was wiederum der Versichertengemeinschaft zugute kommt, weil der Versicherer die erzielten Überschüsse im Gegenzug wieder an seine Kunden zurückgibt. Daraus ergeben sich für den Versicherungsnehmer zwei Optionen:

– Er zahlt die Brutto-Prämie über die gesamte Vertragslaufzeit hinweg. Bei Ende der Berufsunfähigkeitsversicherung erhält der Kunde die erwirtschafteten Überschüsse ausgezahlt.
– Oder aber die erwirtschafteten Überschüsse werden unmittelbar mit dem Brutto-Beitrag verrechnet. Das bedeutet, die zu zahlende Prämie fällt niedriger aus. Dies ist der so genannte Netto-Beitrag

Netto-Beitrag als variable Größe

Während der Brutto-Beitrag vertraglich fest vereinbart ist, kann der Netto-Beitrag von Jahr zu Jahr unterschiedlich hoch ausfallen. Die Netto-Prämie ist nicht garantiert. Der Grund dafür liegt darin, dass die erzielten Überschüsse von Jahr zu Jahr unterschiedlich hoch ausfallen. Deshalb wird die Versicherung in der Regel einmal jährlich den Sofortabzug bzw. Beitragsverrechnung neu festlegen, um die jährliche Überschussentwicklung bei der Festsetzung des Beitrags zu berücksichtigen.

Brutto- oder Netto-Beitrag: Was ist besser?

Auch wenn Sie sich für den Bruttozahlbetrag entscheiden, ist die Überschusszahlung am Ende der Vertragslaufzeit keinesfalls garantiert. Das Versicherungsunternehmen informiert zwar jährlich über die erzielten Überschussgewinne und die weiteren Prognosen.

Aber oftmals fällt die Überschusszahlung am Ende der Vertragslaufzeit einer Berufsunfähigkeitsversicherung eher bescheiden aus und steht in keinem Verhältnis zur sofortigen Beitragsverrechnung wie beim Nettozahlbetrag. Von daher ist die Beitragsverrechnung der Bruttozahlweise vorzuziehen.

Deshalb fordern Sie noch heute Ihren individuellen Berufsunfähigkeitsvergleich an.