Wohnriester


Seit Einführung vom Eigenheimrentengesetz Mitte 2008, können Riestersparer angespartes Vertragsvermögen zur Immobilienfinanzierung (z.B. eine Eigentumswohnung, Genossenschaftswohnung oder einer Wohnung in einem eigenen Mehrfamilienhaus) verwenden.

Wieviel dürfen Sie entnehmen?

Grundsätzlich können Sie aus Ihrem Riestervertrag bis zu drei Viertel oder sogar 100 % des bereits angesparten Vermögens für den Kauf oder den Bau einer eigenen Immobilie entnehmen. Eine Rückzahlung in den eigentlichen Riester Vertrag ist inzwischen nicht mehr erforderlich.

Wann muss die Investition erfolgen?

Grundsätzlich muss die Investition in die Eigentumswohnung in einem unmittelbaren Zusammenhang zur Entnahme bestehen. In der Regel sollte die Beantragung für die Entnahme immer 1 Monat vorher bzw. spätestens 12 Monate nach der Investition erfolgen.

Tilgung der Finanzierung Ihrer Eigentumswohnung

Derzeit darf für eine Entnahme die Anschaffung (Kauf) bzw. Herstellung der Eigentumswohnung nur nach dem 1. Januar 2008 erfolgt sein. Dies gilt jedoch nicht für Ablösung eines bestehenden Darlehens, dass für die Anschaffung oder Herstellung einer begünstigten Wohnimmoblie aufgenommen wurde. Allerdings darf hier die Entnahme erst zu Beginn der Auszahlungsphase der Riester Rente erfolgen (z.B. ab dem 67. Lebensjahr).

Nachgelagerte Besteuerung durch das Wohnförderkonto

Angenommen Sie entnehmen als 40. Jähriger 20.000 EUR aus Ihrem Riester Vertrag für die Finanzierung Ihrer Eigentumswohnung, wird dieser Betrag auf einem fiktiven Wohnförderkonto festgehalten und jährlich mit 2 % erhöht. Erst bei offiziellem Riester Rentenbeginn (hier fließt natürlich kaum mehr eine Rente, da das meiste Geld in Ihrer Wohnung steckt), muss sich der Kunde entscheiden ob er a) eine jährliche steuerliche Mehrbelastung bis zum 85. Lebensjahr oder b) eine einmalige Steuerbelastung in Kauf nimmt. 

zu a) Erstere steuerliche Mehrbelastung errechnet sich an dem fiktiven Wert des Wohnförderkontos. Hierzu wird der aktuelle Stand des Wohnförderkontos durch die Anzahl der Jahre bis zum 85. Lebensjahr des Förderberechtigten geteilt (bei Rente ab 67 wäre es der Faktor 85 – 67 = 18). Dieser Betrag muss dann in der Einkommenssteuererklärung des Wohnriestersparers bis zum 85. Lebensjahr fiktiv zum jährlichen Einkommen (z.B. einer Rente) hinzu gerechnet werden.

zu b) Alternativ können Sie eine einmalige Besteuerung zum offiziellen Riester Rentenbeginn wählen. In diesem Fall müssten Sie bei Ihrer Einkommenssteuererklärung 70 % des fiktiven Wohnförderkontos zu Ihrem zu versteuernden Einkommen hinzu addieren.

Strenge Regeln, sonst will das Finanzamt die Förderung zurück!

Falls Sie die Wohnriester geförderte Wohnung veräußern oder vermieten, liegt erst einmal eine schädliche Verwendung vor. Damit würde das Finanzamt von Ihnen die gesammte Riester Förderung zurück fordern. Damit dies nicht geschieht, dürfen Sie bei einer Veräußerung den Verkaufserlös entweder in ein neues gefördertes Wohnobjekt investieren (neue Wohnung nach Umzug) oder einfach alles wieder in Ihren Riester Vertrag übertragen.

Bei einem berufsbedingten Umzug, dürfen Sie die Wohnung sogar vermieten, wenn der Mietvertrag befristet ist (z.B. bis Sie wieder in die Wohnung zurück ziehen können …). Die Selbstnutzung muss in diesem Fall spätestens bis zur Vollendung des 67. Lebensjahrs wieder aufgenommen werden. Anfangs war vorgesehen, dass sich die Riester geförderte Wohnung immer in Deutschland befinden und keine Ferienwohnung sein darf. Seit 2010 ist die Finanzierung einer Wohnung oder selbstgenutzten Immobilie auch im EU/EWR-Ausland möglich. Diese Änderung ergibt sich aus dem Urteil des Europäischen Gerichtshof (EuGH, Az.: C-269/07).