Ehrenamt


Richtig versichert im Ehrenamt und als Vereinsvorstand …

Sie opfern Ihre Freizeit für andere Menschen und bringen sich freiwillig in Vereinen ein. Egal ob als Jugendtrainer, Lebensretter oder im Vereinsvorstand, viele wollen etwas bewegen und anderen helfen. Mehr als 20 Mio. Bürger engagieren sich in einem Ehrenamt. Das ist sehr bedeutend für unser Land und verdient natürlich Anerkennung. Für viele Menschen ist freiwilliges Engagement wichtig in ihrem Leben. In diesem Zusammenhang wird jedoch oft übersehen, dass eine freiwillige Tätigkeit auch mit Risiken verbunden ist.

Durch einen Unfall oder Haftpflichtanspruch kann das Ehrenamt neben all der Freude für ein schönes Hobby extrem teuer werden, wenn sich der Engagierte nicht richtig versichert hat. Aus diesem Grund haben bereits viele Vereine reagiert und auf Initiative der Bundesländer weitere Haftpflicht- und Unfallsammelverträge geschlossen. Trotz dieser Aktionen sind hier viele Vereine immer noch restlos unterversichert.

Das böse Erwachen kommt dann meist zu spät, wenn der Schadensfall längst eingetreten ist und sich der Vereinsvorstand bewusst wird, dass seine Mitglieder nicht ausreichend geschützt sind. Da wir neben diesem Portal auch noch eine Ehrenamtssuche betreiben, haben wir uns mit diesem wichtigen Thema etwas näher beschäftigt und ein paar wichtige Informationen für Sie zusammengestellt.

1) Haftungsrisiken im Ehrenamt

Nach deutschem Recht muss jeder für sein schuldhaftes Handeln haften und zwar in unbegrenzter Höhe auf das heutige und zukünftige Vermögen. Laut § 823 BGB kann jemand für alles haftbar gemacht werden, wenn fremde Personen oder fremde Sachen durch denjenigen einen Schaden erlitten haben. Mögliche Rentenansprüchen wie sich diese beispielsweise nach einem Unfall ergeben könnten (jemand stürzt auf den Boden und ist gelähmt) können hier durchaus Existenzvernichtend wirken. Aus diesem Grund sollte jeder eine private Haftpflichtversicherung abschließen!

Wen betrifft die Vereinshaftpflicht?

Fügt ein Vereinsmitglied einem Dritten einen Schaden zu, muss er hierfür normalerweise nicht selbst haften. Als Erfüllungsgehilfe seines Vereins kann er sich auf den § 278 BGB berufen und darauf hoffen, dass sein Verein für den verursachten Schaden eintritt. Weiteres regelt hier dann noch die Vereinsatzung, ob und inwieweit ein Mitglied in Regress genommen werden kann.

Haftungsfragen außerhalb vom Verein?

Diese Regelungen greifen übrigens nur bei Tätigkeiten, die im direkten Zusammenhang mit der ehrenamtlichen Tätigkeit stehen. Gleiches gilt übrigens auch dann, wenn das ehrenamtliche Engagement nicht als Mitglied eines Vereines oder Verbandes bzw. eines sozialen Trägers oder einer gemeinnützigen Organisation ausgeübt wurde. Etwaige Haftungsansprüche von geschädigten Dritten können vom freiwilligen Helfer somit nicht auf eine nicht eingetragene Gruppe wie z.B. eine Aktions- oder Interessensgemeinschaft weitergereicht werden.

Private Haftpflichtversicherung ganz wichtig!

Wenn Sie ehrenamtlich aktiv sind, achten Sie also unbedingt darauf, dass in Ihrer bisherigen Versicherung auch ehrenamtliche Tätigkeiten mitversichert sind. Am besten machen Sie einen Online-Vergleich der aktuellen Versicherungstarife und stellen Ihre bisherige Haftpflichtversicherung auch preislich auf den Prüfstand. Falls Sie noch keinen Versicherungsschutz haben, sollten Sie sich möglichst bald um dieses Thema kümmern …

2) Gesetzliche Unfallversicherung

Freiwillige Helfer die Mitglied von einem Verein oder Verband bzw. eines sozialen Trägers oder einer gemeinnützigen Organisation sind, genießen den gesetzlichen Unfallschutz. Somit haben ehrenamtliche Helfer im Regelfall eine kleine Grundabsicherung, die z.B. alle nötigen Behandlungskosten sowie anschließende Kosten für die häusliche Krankenpflege und weitere Rehabilitionsmaßnahmen übernimmt.

Wann reicht der Unfallschutz nicht aus?

Der gesetzliche Versicherungsschutz zeigt seine Schwächen bereits ab dem Moment, sofern der Verunglückte dauerhaft in seiner körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit beeinträchtigt ist. In aller Regel bedarf es hier mindestens einer 20 prozentigen Minderung der Erwerbsfähigkeit. Andernfalls zahlt die GRV keine Rente aus. Für den Umbau einer behindertengerechten Wohnung oder Autos werden übrigens gar keine Kosten übernommen.

Was bringen Gruppenunfallversicherungen?

Da die gesetzliche Unfallversicherung nur einen Basisschutz bietet, haben viele Vereine über entsprechende Unfall-Gruppenverträge für ihre Mitglieder bereits einen zusätzlichen Versicherungsschutz vereinbart. In diesem Zusammenhang sollte der Vorstand besonders auf die Absicherungshöhe achten, damit dem Mitglied bei einer mittelschweren Individualität auch wirklich geholfen wird. Andernfalls könnte dieser Versicherungsschutz die einzelnen Vereinsmitglieder nur davon abhalten, sich optimal privat zu versichern.

Wie sinnvoll ist eine private Versicherung?

Gerade bei gefährlichen Tätigkeiten wie in der Freiwilligen Feuerwehr oder dem Roten Kreuz, sollten die ehrenamtlichen Mitglieder zusätzlich eine private Unfallversicherung vereinbaren. Über die Gliedertaxe und individuelle Versicherungssumme, kann hier ganz klar definiert werden, welche Geldleistung bei einem bestimmten Grad an Invalidität zur Auszahlung kommt. Von daher eignet sich diese Versicherung auch in Kombination mit einer bereits bestehenden Unfallversicherung. Im Gegensatz zum gesetzlichen Schutz ist hier der Versicherungsnehmer übrigens auch außerhalb seines Ehrenamtes geschützt.

Statt der privaten Unfallversicherung kann auch auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung ausgewichen werden. Dieser Schutz ist besonders für Arbeitnehmer zu empfehlen, die noch jung und gesund sind. Im Gegensatz zur privaten Unfallversicherung müssen hier sehr strenge Gesundheitsfragen beantwortet werden, weswegen leider nicht jeder einen solchen Schutz bekommt. Selbstständige bevorzugen meist auch aus finanziellen Gründen die private Unfallversicherung. Wir raten an dieser Stelle immer zu einem individuellen Versicherungsvergleich.

Wichtige Versicherungen für Ehrenamtliche:

Privathaftpflichtversicherung
Private Unfallversicherung bzw.
Berufsunfähigkeitsversicherung

3) Haftungsrisiken vom Vereinsvorstand

Während die Absicherung mit einer Gruppen-Unfallversicherung manchmal zu langwierigen Diskussionen führt, ist sich der Vereinsvorstand beim Thema Vereinshaftung meist deutlich schneller einig. Immerhin haften die Vorstände ihrem Verein gegenüber mit ihrem privaten Vermögen, sofern diesem z.B. durch eine Fehlentscheidung, ein Unterlassen oder andere Unachtsamkeiten ein finanzieller Schaden entsteht.

In diesem Zusammenhang muss ein Vereinsvorstand sogar gesamtschuldnerisch für die Vergehen seiner Kollegen haften, auch wenn er selbst überhaupt keinen Fehler gemacht hat. Darüber hinaus beschränkt sich die Haftung nicht nur auf den Verein. Auch Dritte die durch einen Fehler der Vorstandsmitglieder einen Vermögensschaden davon tragen, können ihre Haftungsansprüche geltent machen.

Welche Vereinshaftpflichtversicherung?

Da vielen Vereinsvorständen diese Haftungsproblematik nicht immer bewusst ist, muss an dieser Stelle ganz klar betont werden, dass hierfür weder die private Haftpflichtversicherung noch eine einfache Vereinsversicherung aufkommen wird. Einzig eine echte D&O-Versicherung (Directors-and-Officers-Versicherung), also eine ganz spezielle Vermögensschadenhaftpflicht, kann dieses Problem lösen!

Was ist in der Vereinshaftpflicht versichert?

- versichert ist z.B. die Aberkennung der Gemeinnützigkeit
- Fristversäumnis zur Anforderung von Fördermitteln
- Falsch kalkulierte Bauvorhaben
- Ausstellung falscher Spendenbelege
- Falsche Verwendung von Spendengeldern

Was kostet eine solche Vereinsversicherung?

Den Preis von einem solchen Versicherungsschutz bestimmen Sie selbst über die jeweilige Versicherungssumme. Gerne unterbreiten wir Ihrem Verein ein Angebot bis 500.000 EUR Versicherungssumme, damit Sie und Ihre Vorstandskollegen optimal versichert sind. Am besten fordern Sie gleich Ihr Angebot zur D&O-Vereinshaftpflichtversicherung an …